Kollaboratives Schreiben im Sprachunterricht

Der Schwerpunkt der Unterrichtssequenz liegt im Bereich kollaborativen Schreibens und nutzt dazu die App Quip: Mit Quip verbessern die Schüler/innen auf der Basis individueller und kollaborativer Arbeitsaufträge gezielt ihre Lese- und Schreibkompetenzen – und zwar unabhängig vom Lernort Schule und in ihrem eigenen Lerntempo.

Diese Aspekte stellen einen entscheidenden Mehrwert von Quip dar, denn angesichts der zunehmenden Heterogenität von Lerngruppen müssen Differenzierungsmöglichkeiten innerhalb des individuellen Lernprozesses für Schüler/innen auch außerhalb des Präsenzunterrichts geschaffen werden. 

Die Lehrkraft teilt die Klasse im Vorfeld in 3er-/4er-Gruppen ein. Die Gruppeneinteilung kann entweder nach dem Zufallsprinzip oder nach der Leistungsfähigkeit der Schüler/innen erfolgen. Die Lehrkraft hat dabei die Möglichkeit, durch stärker gelenkte Arbeitsanweisungen und gezielten Language Support (scaffolding) die leistungsschwächeren Gruppen individuell zu unterstützen. 

Für jede Gruppe wird ein Dokument in der App oder über die Webseite angelegt. Die Schüler/innen werden per E-Mail von der Lehrkraft zu ihrem Gruppen-Dokument eingeladen, was den Vorteil mit sich bringt, dass sich niemand anderes in das Dokument einer Gruppe einloggen kann. Schließlich können sie nach nur einem Klick mit der Arbeit am gemeinsamen Textdokument beginnen. "Es kommt einem so vor, als sitze man mit anderen um einen Tisch herum und arbeite gleichzeitig an einem Papier", wurde Entwickler Bret Taylor von IT-Magazin Techcrunch zitiert. Dabei ist für alle Beteiligten gut sichtbar, welcher Schüler wann welche Textpassagen verfasst bzw. geändert hat. Diese Transparenz schafft zusätzliche extrinsische Motivation. Die Kollaboration über Quip wird zudem über die integrierte Chat-Funktion weiter erleichtert. Hier können nicht nur inhaltliche Aspekte abgesprochen, sondern auch sprachliche Konstruktionen anderen Gruppenmitglieder kritisch hinterfragt werden.

Insgesamt setzen sich die Lernenden so deutlich motivierter und vertiefter mit dem Arbeitsauftrag auseinander als sie dies bei einem klassischen Schreibauftrag in Einzelerarbeitung tun würden. Während die  individuelle Texterstellung häufig nach dem Motto „Hauptsache schnell erledigt“ abgehandelt wird, ist in einem kollaborativem Setting mit Quip deutlich erkennbar, dass aktiv am Text „gefeilt“ und der Stift eben nicht nach dem ersten Entwurf beiseite gelegt wird.

Eine komplette Unterrichtssequenz aus dem Englischunterricht (Jahrgangsstufe 8) - leicht abgewandelt auf ein Web 2.0-Tool - finden Sie incl. Kopiervorlagen im Themenheft „Mit Webtools arbeiten“ (Heft 128) der Zeitschrift Unterricht Englisch.

 

Kontakt: Luka Sikic und Moritz Zeman

Studenten der RWTH Aachen

mail@paducation.com

© 2015 by paducation.com • • • Webhosting by Lausberg-IT